Die Palliativgesellschaft

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Der Mensch schafft sich ab, um zu überleben.

 

Die Bekämpfung des Virus und seiner vermeintlichen Leugner hat bei vielen Menschen tiefe Wunden hinterlassen. Vieles fühlt sich nun anders an. Man ist nach wie vor fassungslos und wütend: Wie konnte das alles geschehen? Byung-Chul Han, ein deutsch-koreanischer Philosoph, glaubt darauf eine Antwort zu haben.

Einiges ist zusammengebrochen in den letzten Jahren. Bislang Unvorstellbares hat sich ereignet. Das Unantastbare wurde angetastet, Grundrechte zum Unrecht erklärt: 15 der 19 Grundrechte wurden aufgehoben.

Das alles geschah nicht verschämt, sondern mit der stolzen Geste der großen Rettung, des Aufstands der Guten und mit alternativloser Gewalt.

Zerstörtes Vertrauen

Das alles ist für mich immer noch unfassbar. Mein Vertrauen in diesen Staat, in diese Gesellschaft ist tief erschüttert. Alters- und Pflegeheime wurden zu Schutzhaftzentren – ich werde ihnen noch lange mit Misstrauen begegnen.

Wir wurden in unsere Wohnungen eingesperrt, mussten uns vermummen, unbedingt Abstand halten und durften nur den vorgezeichneten Wegen folgen. Der Gang ins „Offene“ wurde uns verwehrt.

Können wir unseren Ärzten noch vertrauen, die uns mit ihrer Autorität zu einer zumindest fragwürdigen „Impfung“ nötigen wollten? Einer „Impfung“, deren Versprechungen sich als haltlos erwiesen haben, und von der immer deutlicher wird, welch furchtbare Nebenwirkungen sie mit sich bringt.

Wie steht es mit Kollegen, die sich dafür einsetzten, dass wir ungeimpft nicht mehr zum Dienst erscheinen durften oder es zumindest achselzuckend hinnahmen? Freunde, Bekannte und Verwandte, mit denen man sich jahrelang eng verbunden glaubte, wandten sich ab, nannten uns charakterlos, unmoralisch und niederträchtig.

Wir galten plötzlich als rechts(radikal) und gemeingefährlich, volksverhetzend. Wir wurden von ihnen mehr oder weniger offen für verrückt erklärt.

Nun zeigt sich: Beinahe nichts hat gestimmt. Die Infektionsraten wurden falsch erhoben und waren nicht aussagekräftig, die Mortalität der Erkrankung wurde viel zu hoch angesetzt, und die Zahlen zur Überlastung der Intensivstationen wurden profitorientiert maximiert, denn es wurde viel gezahlt fürs Testen, Abschotten und Beatmen.

War die Auslastung der Intensivstationen hoch – sie wurde von den Kliniken in eigener Regie festgelegt –, bekam man für einen „COVID-Patienten“ besonders viel. Und besonders attraktive Entlohnung gab es für die künstliche Beatmung, die allerdings meist tödlich verlief und von der wir nun wissen, dass sie in den meisten Fällen hätte vermieden werden müssen.

Das alles macht mich noch im rückblickenden Abstand mehr als wütend.

Was bislang Stand der Wissenschaft war, wurde geleugnet: Masken und Lockdowns galten in der Epidemiologie – und gelten wohl immer noch – nur als begrenzt einsetzbare Mittel. Jetzt wurden sie erzwungen.

Labortests ohne Zulassung, mit denen man laut ihren Entwicklern fast alles in allem nachweisen konnte, wurden zum Gold-Standard erklärt, positive Tests dann zu Infektionen. Plötzlich gab es gesunde Kranke und kranke Gesunde. Die „mRNA-Impfstoffe“, die vorher als äußerst bedenklich galten – viele Versuche hatte man abbrechen müssen – wurden nun zum Heilsbringer.

Die (sichere) Entwicklung von Impfstoffen, von denen man wusste, dass sie Jahre statt Monate braucht, konnte nun von denen, die sich bisher durch reichlich kriminelles Verhalten hervorgetan hatten und die man gerne mal Pharma-Kartell oder Pharma-Mafia nannte, in einigen Wochen entwickelt werden (1).

Es geschah ein Wunder nach dem anderen. Alle bisherigen Sicherheiten wurden über den Haufen geworfen.

Risikomanagement ohne Verbote

Was mich so entsetzt, ist die Entschlossenheit, mit der der „Krieg gegen das Virus“ und gegen die Unentschlossenen geführt wurde, die an den Wundern zweifelten und sich von der allgemeinen Panik nicht anstecken lassen wollten.

Hätten die Apokalyptiker Recht behalten, würde mich ihr unerschrockenes, stolz und weitgehend ohne Scham betriebenes Antasten unantastbarer Grund- und Menschenrechte immer noch erschüttern. Die Risikobewertung kann richtig oder falsch sein – und damit die Einschätzung von Maßnahmen zur Risikobewältigung.

Aber jede Maßnahme unterliegt nicht nur der Bewertung ihrer Effizienz. Sie muss vor allem ethisch erlaubt sein. Niemand darf gefoltert werden, weil man glaubt, er würde etwas vermeintlich Lebensrettendes verschweigen.

Grundrechte können nicht geschützt werden, indem man sie aufhebt. Wer sich seiner Sache so gewiss zu sein glaubt, dass er auch an der Würde des Anderen keinen Halt mehr findet, vergeht sich „grundrechtlich“ – er gibt auf, was er zu schützen behauptet.

Im menschlichen Handeln geht es immer um Dinge, die so oder anders sein können. Was nur so und nicht anders sein kann, ist kein Gegenstand praktischer Überlegungen. Richtiges Handeln ist Handeln, das sich darauf besinnt, dass auch der Andere Recht haben könnte.

Das wurde ignoriert. Man wollte nicht besonnen sein, man wollte den Krieg gewinnen, den man dem Virus und seinen vermeintlichen Leugnern erklärt hatte, whatever it takes. Das macht mich immer noch fassungslos, weil ich es mir nicht erklären kann.

Die verunglückte Ethik der Palliativgesellschaft

Byung-Chul Han, ein deutsch-koreanischer Philosoph, glaubt zu verstehen, wie es so weit kommen konnte. In seinem Essay „Palliativgesellschaft, Schmerz heute“ (2) erklärt er unseren Umgang mit der Pandemie als Folge einer tiefgreifenden ethischen Verwahrlosung.

Wir leben, so Byung-Chul Han, in einer Palliativgesellschaft, die durch Algophobie bestimmt wird, „der generalisierten Angst vor Schmerzen“. Algophobie (vom Griechischen ἄλγος, algos, Schmerz) ist die Kehrseite des Hedonismus, der die modernen, privat- und staatskapitalistischen Konsumgesellschaften bestimmt.

Der Hedonismus ist eine ethische Theorie, die den Lustgewinn und im Gegenzug die Schmerzvermeidung zum höchsten Gut erklärt, nämlich zu dem, was die Menschen „eigentlich und im Grunde“ wollen.

„Jedes praktische Können und jede wissenschaftliche Untersuchung, und überhaupt alles Handeln und Wählen, strebt nach einem Gut“ (3). Das ist nicht nur der erste Satz der Nikomachischen Ethik des Aristoteles (384-322), einer der Gründungstexte der Ethik überhaupt, es ist in gewissem Sinne der Anfang aller ethischen Überlegungen.

Das letzte, höchste Gut, nach dem wir streben, ist traditionell die Eudaimonia (εὐδαιμονία, eudaimonia), das Glück eines gelungenen Lebens. Die Eudaimonia bezeichnet das Leben und Handeln, das von einem „guten Geist“ (εὐδαίμων, eu-daimon) geführt wird, nämlich von der überlegt und besonnen handelnden Person, die es vermag, ihr eigenes Leben zu einem guten zu machen.

Der Hedonismus ist eine „verunglückte“ Form der Ethik, die das Glück (eudaimonia, εὐδαιμονία) (4) als Lust missversteht und es ihr „opfert“. Das Leben wird vom „Ungeist“ des Lustbegehrens bestimmt.

Natürlich wollen wir, dass es uns gut geht, und das ist ein Zustand, bei dem wir Lust empfinden. Aber Lust ist kein Gut, das wir erstreben könnten, sondern die Folge des Erlangens eines erstrebten Gutes. Sie stellt sich ein, wenn wir bekommen, was wir erstreben. Lust schließt die erfolgreiche Handlung ab, ist aber nicht ihr Ziel.

Für eine gelingende Lebensführung kommt es darauf an, mit Lust umgehen zu können. Lust kann schnell ins Gegenteil umschlagen: Man kann sich am allzu leckeren Essen „überfressen“, und wer allzu tief in den Bierkrug guckt, riskiert nicht nur einen verkaterten Brummschädel, sondern auch Verletzungen bei sich und anderen, Unfälle und unflätiges Verhalten. Man kann sich in der Lust verlieren.

Wer das menschliche Glück einer gelingenden Lebensführung mit Lustempfindungen gleichsetzt, der müsste, so meinte der Philosoph Robert Spaemann, bereit sein, sein Leben, das er führen muss, gegen ein (virtuelles) Leben einzutauschen, bei dem er in einer komatösen Dauertrance von Lust zu Lust geführt wird:

„Stellen wir uns einen Menschen vor, der in einem Operationssaal auf einem Tisch festgeschnallt ist. Er steht unter Narkose. In seine Schädeldecke sind einige Drähte eingeführt. Durch diese Drähte werden genau dosierte Stromstöße in bestimmte Gehirnzentren geleitet, die dazu führen, daß dieser Mensch sich in einer Dauereuphorie befindet.

Sein Gesicht spiegelt den Zustand äußersten Wohlbehagens. Der Arzt, der das Experiment leitet, erklärt uns, daß dieser Mensch weitere 10 Jahre in diesem Zustand bleiben wird. Wenn es nicht mehr möglich sein wird, den Zustand zu verlängern, werde man ihn mit dem Abschalten der Maschine unverzüglich schmerzlos sterben zu lassen. Der Arzt bietet uns an, uns sofort in die gleiche Lage zu versetzen. Und nun frage sich jeder, ob er freudig bereit wäre, sich in diese Art von Seligkeit versetzen zu lassen?“ (5)

Zweitausend Jahre vor der Spaemannschen Provokation stellt Sokrates im platonischen Dialog Philebos seinem Gesprächspartner Protarchos eine ganz ähnliche Frage: Ein Leben, das sich ganz der Lust hingibt, verglich er mit dem einer in sich zurückgezogenen Muschel, die reglos betäubt auf dem tiefsten Grund des Meeres haust.

Natürlich wollte Protarchos dann sein Leben lieber doch nicht gegen das einer lustvollen Muschel tauschen (6).

„Daueranästhesierung“

Wollen wir wirklich „selig“ lächelnd unser Leben in einer virtuellen Realität verschlummern? Wenn wir Byung-Chul Han glauben, dann lassen wir uns in der Palliativgesellschaft von diesem Zustand leiten. Das Luststreben will zugleich und vor allem Unlust und Schmerz vermeiden.

Wem die Lust das Gute, dem ist der Schmerz das Böse. Die Palliativgesellschaft wird beherrscht von der Angst vor dem Schmerz und der kopflosen Flucht vor ihm. Byung-Chul Han orientiert sich bei seiner Kritik der Palliativgesellschaft weniger an der Haltlosigkeit einer hedonistisch „verunglückten“ Ethik, sondern an dem Umstand, dass sie zu leugnen versucht, dass menschliches Leben vom Schmerz nicht zu trennen ist.

Wer nicht bereit ist, den Schmerz als Teil des menschlichen Lebens anzuerkennen, der missversteht das menschliche Dasein und versteigt sich in eine künstliche Scheinwelt. In einer von Martin Heidegger inspirierten Analyse dessen, was Schmerz für und im menschlichen Leben ausmacht, liefert er so etwas wie eine Skizze einer Phänomenologie des Schmerzes.

Das ist ein weites Feld, das Byung-Chul Han wohl nicht gänzlich ausleuchtet (7).

Alles entscheidet sich daran, wie wir mit Lust und Schmerz umgehen. Wir stellen sie in einen Lebenszusammenhang und geben ihnen damit einen Sinn.

Wir haben Schmerzen und sind ihnen nicht einfach verfallen, sondern verhalten uns zu ihnen. Wir müssen den Schmerz nicht als Realitätsversicherung mystifizieren, wie man das Byung-Chul Han vielleicht unterstellen mag.

Entscheidend ist, dass er „erlebt“, das heißt, als Teil der eigenen Lebensführung verstanden und nicht auf einen körperlichen Zustand reduziert werden kann. Die Fokussierung auf den Schmerz als körperliches Übel ist Kennzeichen der Algophobie als der alles bestimmenden Angst vor Schmerzen, auf die dann palliativ reagiert wird.

„Die Algophobie hat eine Daueranästhesierung zur Folge“ (8). So werden „Medikamente, die ursprünglich in der Palliativmedizin eingesetzt wurden“, nun „im großen Stil auch an Gesunde verabreicht“ (9). Der Schmerz wird als Ausdruck einer Dysfunktion eines kranken Körpers verstanden und „medikalisiert“.

Byung-Chul Han spricht von einer „Pharmakologisierung des Schmerzes“ (10). Die Angst vorm Schmerz wird zur Angst vor Krankheit und Tod. Und diese Angst wird selbst zur (seelischen) Krankheit, die die Lebensführung in der Palliativgesellschaft bestimmt.

Die virologische Gesellschaft

Die Reaktion auf SARS-CoV2 hat die modernen, hedonistisch geprägten Konsumgesellschaften als Palliativgesellschaften offenbart. „Das Virus“, schreibt Byung-Chul Han, „ist der Spiegel unserer Gesellschaft. Es offenbart in welcher Gesellschaft wir leben.

Heute wird das Überleben verabsolutiert, als befänden wir uns in einem permanenten Kriegszustand. Alle Kräfte des Lebens werden darauf verwendet, das Leben zu verlängern.“ Das ist ein performativer Widerspruch: Man zerstört, was man retten will.

„Für das Überleben opfern wir bereitwillig alles, was das Leben lebenswert macht.“

Die Palliativgesellschaft ist „eine Gesellschaft des Überlebens“. Sie „verwandelt sich in eine Quarantäne, in der das Leben ganz zum Überleben erstarrt“ (11). Sie ist geprägt durch eine „Hysterie des Überlebens“ und ist eine „Gesellschaft der Untoten“, in der alle zu lebendig sind, um zu sterben, und zu tot, um zu leben.

Sie gleicht sich damit dem Virus an, das sie bekämpfen will, „diesem untoten Wesen, das sich vermehrt, das heißt, überlebt, ohne zu leben“ (12).

Leben heißt für den Menschen nicht einfach Überleben. Er muss sein Leben mit Blick auf ein „gutes Leben“ führen.

Das zeichnet menschliche Lebensführung vom tierischen Überlebenstrieb aus und gibt ihm zugleich die Last, sein Leben in einer Welt führen zu müssen, die nicht in seiner Macht steht und an deren Grenzen er immer wieder schmerzlich stößt.

Je mehr aber Leben zum bloßen Überleben wird, desto mehr wird die Angst vor dem Tod zum beherrschenden Lebensgefühl, und die Ethik verliert ihren Sinn.

Die Aushebelung der Grundrechte wird in einer Gesellschaft kritiklos gefordert, die dem Leben keinen anderen Sinn mehr zu geben vermag als das „nackte Überleben“.

Die Sorge ums gute Leben wird zum „Kampf ums Überleben“. „Die Gesellschaft des Überlebens“ so Byung-Chul Han, „verliert ganz den Sinn für das gute Leben.“ Die Ethik wird in der Palliativgesellschaft sinnlos.

„Das Leben wird“, wie Byung-Chul Han treffend formuliert, „jedes sinnstiftenden Narrativs entkleidet. Es ist nicht mehr das Erzählbare, sondern das Mess- und Zählbare“ (13).

Gott ist tot und die Ethik am Ende

Wir erleben in der Palliativgesellschaft nicht nur eine Verwahrlosung der Ethik. Man verliert in ihr auch den Glauben. Die Kirchen haben in der Pandemie gänzlich versagt. Ihre Seelsorge galt dem bloßen Überleben.

Eine spirituelle Antwort konnten sie den einsam sterbenden Alten und Kranken so wenig geben, wie den Jungen und Gesunden die Angst vor der Krankheit nehmen. Der Glaube hat vor der Krankheit kapituliert, und im Kampf ums Überleben war die heilsgeschichtliche Frohbotschaft der Auferstehung nicht mehr zu hören.

„Angesichts der Pandemie verbietet die Gesellschaft des Überlebens selbst an Ostern Gottesdienste. Auch Priester üben sich in ‚Social Distancing‘ und tragen Schutzmasken. Sie opfern den Glauben gänzlich dem Überleben.“

Byung-Chul Han, der neben Philosophie auch Katholische Theologie studiert hat, sieht die Theologie durch die Virologie entmachtet. Nicht die Auferstehung, sondern das Überleben leitet das Selbstverständnis.

Damit „verkommt der Glaube zu einer Farce“. Tatsächlich haben die Kirchen mit ihrer Willfährigkeit gegenüber einer sozialtechnologischen Immunologie ihre Unfähigkeit bewiesen, eine eigene, spirituelle, aus dem Glauben erwachsende Antwort auf Krankheit und Tod zu geben.

Gerade wenn man, wie die Mehrheit der Gläubigen, von einer pandemischen Katastrophe ausgeht, braucht es eine Antwort des Glaubens. Gerade dann darf sich die Kirche nicht zum technischen Hilfswerk „der“ Wissenschaft machen.

Aber die Kirche hat die Türen geschlossen und ist hinter der Maske verstummt. Nur wenige Gläubige betrauern diese Selbstverabschiedung, wie dies zum Beispiel Eugen Drewermann und Jürgen Fliege tun. Me too.

In Friedrich Nietzsches (1844 bis 1900) Also sprach Zarathustra kommt Zarathustra aus den geistigen Höhen der Einsamkeit in die Niederungen der modernen Gesellschaft und trifft dort auf ängstliche, kleingeistige Menschen, denen es vor allem ums sichere Überleben zu tun ist.

Zarathustra nennt diesen Menschentyp den „letzten Menschen“, weil er sich keine (großen) Ziele jenseits des schieren Überlebens mehr zu setzen vermag. Er versucht sie aufzurütteln, indem er ihre Lebensform als kümmerlich und ehrlos beschreibt: „Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume.

Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben… Man hat ein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit“ (14). Es ist eine gleichgeschaltete Gesellschaft, in der alle das Gleiche wollen und das Eigene sich im Allgemeinen auflöst.

Zarathustra stellt dem Menschen eine ähnliche Frage wie Sokrates im platonischen Philebos seinem Gesprächspartner Protarchos und Robert Spaemann dem modernen Hedonisten: Wollt ihr wirklich leben wie die letzten Menschen? Und die ernüchternde Antwort ist: Ja, gerne. „Gib uns diesen letzten Menschen“, schreien sie, „(…) mach uns zu diesen letzten Menschen!“

Zarathustra hätte es wissen können, denn man hatte ihm gesagt: Gott ist tot. Und in der Palliativgesellschaft ist auch die Ethik am Sterben und die platonischen Fragen gehen ins Leere.


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