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Dramatische 55.889 „Neuinfektionen“ vermeldet heute die „Quantitätspresse“. Diese suggerieren eine dramatische Corona Lage im ganzen Land. Durch einen Leserhinweis wurden wir auf einen (weiteren) Trick des RKI hierbei aufmerksam: die „neuen“ Fälle sind gar nicht so neu – der älteste ist sogar ganze 446 Tage alt.

Jeden Tag aufs neue werden wir von unseren staatlichen Medien mit „Fake News“ bombardiert und haben uns schon so daran gewöhnt, dass zumindest wir für deren Geschichten oft nur ein müdes Lächeln übrig haben. Zu offensichtlich sind doch die „Taschenspielertricks“ der Medien und Politik, mit dem Ziel die Panik hoch zu halten. Erst gestern haben wir uns genauer angesehen, was Herr Söder so treibt und wie er lügt, davor schon wie das RKI und andere Bundesländer Dinge so (falsch) handhaben und überhaupt, dass das RKI durch das Weglassen über 50% der Fälle quasi Narrenfreiheit hat, stört die „alten Medien“ auch nicht.

Erst heute titelt der BR „RKI meldet starken Anstieg mit 55.889 Neuinfektionen“. Und in der Tat, schaut man auf das „RKI Dashboard“, dann wird man von einer blutroten Deutschlandkarte und der Horrorzahl +55.889 begrüßt. Zusammen mit einer 7-Tage-Inzidenz von 335,9. Das Ende naht!

Durch einen Leserhinweis wurden wir auf interessante „Details“ aufmerksam, die uns bislang auf dem Dashboard entgangen sind und die wir hier vorstellen wollen.

55.889 Fälle verteilt auf 446 Tage

Natürlich suggerieren die „+55.889“ neuen Fälle, dass diese „heute“ oder zumindest „gestern“ dem RKI gemeldet wurden – das ist aber weit gefehlt. In der Übersicht mit der Überschrift „COVID-19-Fälle/Tag nach Erkrankungs-/Meldedatum (siehe Erläuterung)“ (unten rechts im Dashboard) kann man dies nachvollziehen, wenn man auf den Reiter „Fälle/Tag (Meldung)“ geht und „Zuvor gemeldet“ (blau) ausschaltet. Dann werden nur Fälle angezeigt, die am letzten Tag (bei uns am 07.01.2022) gemeldet wurden. Mit der „Zeitleiste“ oben kann man individuell den Zeitraum der Ansicht einschränken. Macht man dies für die letzten Tage, dann ergibt sich folgender Anblick:

Wir sehen zunächst, von den 55.889 „neuen“ Fällen beziehen sich tatsächlich nur 37.879 auf den 07.01.2022 – das heißt nur 67,7% der Meldungen beziehen sich wirklich auf den letzten Tag.
Um die Grafik richtig zu interpretieren, müssen wir uns etwas mit den trockenen Definitionen auseinandersetzen. Was sind erstmal „neu gemeldete“ Fälle? Im Dashboard findet man dazu den Hinweis:

[…] werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden.

Kurz gesagt: die 55.889 neu übermittelten Fälle sind Fälle, die am „jeweiligen Tag“ (bei uns der 07.01.2022) bis Mitternacht eingegangen sind. Warum sind die jetzt nicht alle dem 07.01.2022 zugeordnet? Das steht in einem anderen Satz der Hilfe:

Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat.

Also: von den 55.889 neuen Fällen am 07.01.2022 wurden 37.879 Fälle den jeweiligen Gesundheitsämtern auch erst am 07.01.2022 bekannt und wurden dann noch am selben Tag an das RKI gemeldet. Im Umkehrschluss beziehen sich aber eben auch 18.010 Meldungen auf Fälle, die den Gesundheitsämtern vor dem 07.01.2022 bekannt wurden – und die erst am 07.01.2022 an das RKI gemeldet wurden. Doch wie dramatisch dieser Meldeverzug ist, das war sogar uns so nicht bewusst. Verschiebt man etwas die „Zeitleiste“ oben, dann sieht man, dass es durchaus auch Meldungen gab, die deutlich vor dem 07.01.2022 liegen:

Am 07.01.2022 wurde also dem RKI ein Fall gemeldet, der dem lokalen Gesundheitsamt am 18.10.2020 bekannt wurde – das sind ganze 446 Tage vor dem 07.01.2022! Oder: das Gesundheitsamt hat 1 Jahr, 2 Monate und 2 Wochen und 6 Tage gebraucht, um den Fall an das RKI zu übermitteln.
Und dies ist kein Einzelfall – über die gesamten letzten Jahre finden sich immer wieder mal Meldungen hier und Meldungen da. Zum Beispiel gingen ganze 8 Meldungen ein, die im Zeitraum vom 06. – 11.01.2021 erfasst wurden, also ein Jahr alt sind:

Wir streuen ja bei den Auswertungen der Sicherheitsberichte des PEI immer wieder mal gerne Salz in die Wunde und deuten die „herausragende“ Qualität des deutschen Meldesystems an. Dieser Eindruck wurde wieder einmal bestätigt. Es ist eine offensichtliche „Win-Win Situation“ für alle Beteiligten: das RKI kann die Anzahl der „neuen Fälle“ hochschrauben (auch wenn die neuen Fälle über ein Jahr alt sind). Die Medien haben wunderbare, dramatische Zahlen – denn „Panik bringt klicks“ und die Regierung kann mit diesen wiederum die nächsten Maßnahmen rechtfertigen.

Uns zeigt das Ganze ein Mal mehr, wie intransparent das deutsche Meldesystem ist und wie das RKI durch diese Intransparenz quasi Narrenfreiheit beim Erstellen von Statistiken und Berechnen von „Kenngrößen“ hat.

Wir danken herzlich unserem Leser für den interessanten Hinweis.


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