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Ähnliche Rügen muss sich sonst die katholische Kirche gefallen lassen: 53 Mitgliedsstaaten verlangen von der WHO eine resolute Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen. Statt reinen Tisch zu machen, habe die Organisation Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter vertuschen wollen.

Dutzende Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen gegen WHO-Mitarbeiter gefordert. Insgesamt 53 Länder zeigten sich in einer in Genf veröffentlichten Erklärung besorgt über Berichte, wonach die Spitze der WHO Fälle von mutmaßlichem sexuellen Missbrauch in der Demokratischen Republik Kongo nicht gemeldet habe.

Es geht um Vorwürfe der sexuellen Ausbeutung, des Missbrauch und sexueller Belästigung. Die Anschuldigungen sollen demnach nicht wie vom Protokoll der Vereinten Nationen und der WHO gefordert gemeldet worden sein. Es gebe auch Vorwürfe, wonach Mitarbeiter versucht hätten, die Anschuldigungen zu vertuschen.

Die Erklärung wurde unter anderem von den USA, der EU, Großbritannien und Kanada unterzeichnet. Die Unterzeichner fordern von der WHO-Spitze „starke und vorbildliche Führung“ und verlangen, sexuellen Missbrauch durch internationale Helfer zu verhindern.

50 Frauen schildern Vorfälle

Bereits im vergangenen September hatte ein umfassender Bericht der auf humanitäre Krisen spezialisierten Nachrichtenagentur „The New Humanitarian“ und der Thomson Reuters Foundation der Organisation Fehlverhalten vorgeworfen. In dem Bericht schildern über fünfzig Frauen in Kongo, wie sie von Mitarbeitern der WHO und anderer Organisationen sexuell ausgebeutet und missbraucht worden waren. Die Übergriffe sollen zwischen August 2018 und März 2020 stattgefunden haben, als im Osten des Landes der zehnte und bisher verheerendste Ebola-Ausbruch wütete.

Die Täter kamen demnach aus Belgien, Frankreich, Kanada, Burkina Faso und der Elfenbeinküste. Die Vorwürfe richteten sich mehrheitlich gegen Ärzte und sonstiges Personal der WHO. „The New Humanitarian“ und die Thomson Reuters Foundation hatten die Vorfälle zuvor fast ein Jahr lang untersucht und einen sehr detaillierten Bericht vorgelegt. Frauen wurden demnach in Supermärkten, Rekrutierungszentren oder Spitälern angesprochen und mit Jobangeboten zu Treffen in Hotels, Privathäusern oder Spitälern gelockt. Bei Interviews wurden sie dann zu Sex gedrängt oder gezwungen. Diejenigen Frauen, die sich nicht willig zeigten, bekamen keine Stelle. Manche verloren auch ihre Arbeit.

Quelle http://ntv.de, mau/AFP


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